Wort zum Sonntag

Manchmal bekommt man Post, die einen ins Staunen versetzt.  Zur Zeit von dieser besonderen Überraschung hatten wir ein Haus und wie das meist so ist, hatten wir eine Hypothek.  Ich habe nicht schlecht geguckt als ich einen Brief von der Bank aufgemacht und gelesen habe, dass unsere Hypothek abgezahlt war!  Hatte jemand uns wirklich gerade ein Haus geschenkt?!  Leider hat es sich als einen Fehler bei der Bank herausgestellt.  In diesem Fall war die Freude von kurzer Dauer, aber der Gedanke war überwältigend: Jemand anders hat uns unsere Schuld abgenommen!

 

In den letzten Jahren hat man immer wieder in den Medien lesen können, wie um Weihnachten herum Menschen in den USA in einen Laden gegangen sind, um Geschenke zu bezahlen, die sie für ihre Kinder zurückgelegt hatten, nur um zu erfahren, dass jemand anders die Geschenke schon bezahlt hatte.  Sie durften die Geschenke sorgenfrei und unbelastet mitnehmen.  Manchmal spricht man von „random acts of kindness“ (wahllose Taten der Güte) im Gegensatz zu der sonst zu häufig vorkommenden „random acts of violence“ (wahllose Taten der Gewalt).

 

In der Bibel lesen wir von der ultimativen Tat der Güte.  In dem Johannes Evangelium 1,29 lesen wir: Am nächsten Tag sieht Johannes, dass Jesus zu ihm kommt, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!  Was ist hier los?  Johannes, der besser als Johannes der Täufer bekannt ist, hat gepredigt, dass einer nach ihm kommt, der noch wichtiger ist als er selbst.  Viele Leute hatten sich Johannes angeschlossen und waren seine Jünger, seine Schüler.  Als Johannes Jesus eines Tages gesehen hat, hat er seinen Jüngern gesagt, dass Jesus es ist, von wem er gesprochen hatte; er ist „das Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt.“ Diese Ausdrucksweise erscheint uns heute ziemlich fremd, aber für die Leute damals war es eine klare Ansage.  Die Menschen haben Lämmer im Tempel geopfert, um Gott zu zeigen, dass sie ihre bösen Taten bereuen.  Sünde ist alles, was uns von Gott oder unseren Mitmenschen trennt.  Sie stehen zwischen uns und müssen aus dem Weg geräumt werden, dass wir wieder ungestört miteinander leben können.  Jesus möchte uns eine neue Art zu leben zeigen.  Ein neues Leben in dem wir vergeben und Vergebung erfahren.  Wir erleben Versöhnung mit unseren Mitmenschen, aber auch mit unserem Schöpfer.

 

Wenn jemand tatsächlich mein Haus für mich abgezahlt hätte, hätte ich mir viel Mühe gegeben herauszubekommen, wer das war.  Ich hätte ihnen meine tiefe Dankbarkeit gezeigt.  Aber es gibt einen, der wirklich meine Schuld—meine Sünden—getragen hat.  Ich bin ihm unendlich dankbar und ich kann es sagen: Es lohnt sich Jesus kennenzulernen!