Wort zum Sonntag - hier immer in vollem Wortlaut

 

Wort zum Sonntag, 19.9.2020

Jedes Jahr am 20. September feiern wir in Deutschland Welt­kin­der­tag. Kinder, ihre Rechte und Bedürfnisse bekommen besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Mit einem großen Weltkindertagsfest in Berlin und vielfältigen lokalen Aktionen dürfen Kindern zumindest an diesem Tag den öffentlichen Raum einnehmen.

Doch wie wichtig waren die Kinder für Jesus?

In der Bibel wird erzählt, wie Jesu Freunde einmal Kinder daran hindern wollten, in seine Nähe zu kommen. Mit den Worten: „Lasst die Kinder doch zu mir kommen! Hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes. Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird es nicht erfahren können“ verschaffte er ihnen öffentlichen Raum und Aufmerksamkeit. Diskursverliebte Gelehrte und eifrige Nachfolger dagegen wurden zurückgewiesen. Jesus spricht vom Reich Gottes, einem Raum in dem Vertrauen, Hoffnung und Liebe erfahrbar werden unter der Voraussetzung, wie ein Kind die Welt zu sehen.

Wie sehen Kinder ihre Welt? Das wollte ich von Mädchen und Jungen der Kinderkirche erfahren.   

Was würden sie ansprechen, wenn sie die Gelegenheit zu in einer Rede an die ganze Menschheit hätten. Was finden sie schlecht auf der Erde, wo geschieht in ihren Augen Unrecht, an welchen Stellen sollten wir Erwachsene anders handeln.

Der erste Satz ihrer Rede war vorgegeben.

 „Hört mir zu, ihr Menschen! Beachtet die Kinder, wenn sie etwas fragen wollen und nicht dran genommen werden. Es ist schlecht, dass Kinder auf der Straße arbeiten müssen. Sie sollen überall „kleine“ Schulen kriegen, in denen sie nicht so viel Geld bezahlen müssen. Es ist schlecht, dass die ausländischen Kinder in meiner Klasse, die geflüchtet sind, geärgert werden. Anna, 8 Jahre

Hört mir zu, ihr Menschen! Es ist unrecht, dass manche Leute anderen einfach etwas wegnehmen! Julius, 8 Jahre

Hört mir zu, ihr Menschen! Ich finde es nicht gut, dass die vielen tausend Menschen, die geflüchtet sind jetzt auf der Straße leben! Hannah, 6 Jahre

In diesen knappen Ansprachen entdecke ich grundlegende Anfragen an uns Erwachsene:

Schauen wir aufmerksam hin und nehmen die Kleinsten, Geringsten und Ärmsten um uns herum wirklich wahr?

Können wir zufrieden sein, mit dem was wir haben oder brauchen wir immer noch mehr?

Wie würde unsere Welt aussehen, wenn Kinder wirklich mehr Raum hätten, nicht nur am Weltkindertag? Vielleicht ein wenig mehr Vertrauen, Hoffnung und Liebe.