Aschersmittwochsandacht aus der Bonhoeffergemeinde Jena

F:         Asche reinigt.
            Mit Asche kann man Schmutz beseitigen.
M:        Asche ist das, was bleibt,
            wenn alles verbrannt und erloschen ist.
F:         Asche steht für Vergänglichkeit.
M:        Aschermittwoch.
F:         Tag für die Sehnsucht,
            dass Gott meine Seele rein und klar macht.
M:       Ein Tag für die Hoffnung,
            dass Gott aus der Asche neues Leben auferstehen lässt.

 

Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

                                                                                                                     

Schwestern und Brüder!

Asche auf mein Haupt – so sagen wir manchmal, wenn wir etwas bereuen. Asche aufs Haupt, das ist ein uralter Brauch. So trauerten Menschen zu biblischen Zeiten.

So zeigten sie Reue. Bekleidet mit einem Büßergewand gingen sie in Sack und Asche.

Heute an Aschermittwoch beginnt die 40-tägige Passions- und Fastenzeit.

In Gottesdiensten an Aschermittwoch gibt es den Brauch, sich ein Kreuz aus Asche auf die Stirn zeichnen zu lassen.

Am Anfang der Fastenzeit bedenken wir, wo wir umkehren müssen, weil wir Gottes Weisungen missachtet haben und wir schuldig geworden sind.

Was ist damit gemeint?

Gemeint ist die Feststellung, die Einsicht, das Erkennen, dass wir die Lebensverbindung zu Gott verloren haben. Dass wir schuldig geworden sind an unseren Mitmenschen, an uns selbst, schuldig im Umgang mit der Natur, Gottes guter Schöpfung.

Wir hoffen auf die Erneuerung unseres Lebens. Das können wir uns nicht selbst geben. Wir sind auf die Gnade und das herzliche Erbarmen Gottes angewiesen.

 

Hören wir auf die Worte von Psalm 51, dem bedeutendsten der sieben traditionellen Bußpsalmen: In wenigen Versen (Verse 3-6 und 11 bis 14) finden wir einen verheißungsvollen, lohnenden geistlichen Weg aufgezeigt: Vom Blick auf das eigene Versagen, die eigenen Abgründe führt er über die schmerzliche Einsicht, schuldig zu sein zu der Hoffnung, von Gott freigesprochen und erlöst werden zu können:

 

 Psalm 51

3 Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit.

4 Wasche mich rein von meiner Missetat, und reinige mich von meiner Sünde;

5 denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir.

6 An dir allein habe ich gesündigt und übel vor dir getan, auf dass du recht behaltest in deinen Worten und rein dastehst, wenn du richtest.

11 Verbirg dein Antlitz vor meinen Sünden, und tilge alle meine Missetat.

12 Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist. 13 Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 14 Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus.

 

Lasst uns in die Stille gehen und auf das schauen, was als Schuld auf uns lastet,

was wir vor Gott bekennen, wofür wir um Vergebung bitten:

 

  • wo ich einen anderen Menschen oder mich selbst verletzt habe
  • wo ich hätte hilfreich sein können, es aber unterließ
  • wo ich achtlos und verschwenderisch lebe
  • wo ich mich von Gott als der Quelle meines Lebens abgewandt habe

 

Stille

 

Gott, wir kommen vor dich mit dem, was wir bereuen. Wir bitten: Vergib uns!

Nimm weg, was uns von dir trennt, und schenk uns neues Leben!

Der allmächtige Gott erbarme sich unser, er vergebe unsere Sünde und führe uns

zum ewigen Leben.

 

F:         Asche reinigt.
            Mit Asche kann man Schmutz beseitigen.
M:        Asche ist das, was bleibt,
            wenn alles verbrannt und erloschen ist.
F:         Asche steht für Vergänglichkeit.
M:        Aschermittwoch.
F:         Tag für die Sehnsucht,
            dass Gott meine Seele rein und klar macht.
M:       Ein Tag für die Hoffnung,
            dass Gott aus der Asche neues Leben auferstehen lässt.

F:         Dazu segne und bewahre uns der lebendige Gott. Amen