Themenjahr 2019: 30 Jahre Friedliche Revolution

Im Jahr 2019 jährt sich das Jahr der Friedlichen Revolution 1989. 30 Jahre danach, Zeitspanne einer Generation, sind einerseits Erinnerungen und Prägungen in Ostdeutschland hoch virulent.

Andererseits gehört die jüngere Generation bereits zu den Nachgeborenen. Die Besinnung auf die Impulse der Friedlichen Revolution und die Frage, wie diese Impulse wirksam oder vergessen wurden und welchen Beitrag sie für den gesellschaftlichen und demokratischen Diskurs heute zu leisten vermögen, ist ein lohnendes Unterfangen. Dabei rücken der Betrag der Kirchen, insbesondere der kritischen Basisgruppen, sowie der Konziliare Prozess für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung mit den Ökumenischen Versammlungen 1988/89 in den Fokus.

Das Jahr 2019 bietet darüber hinaus ideelle Brücken in die Geschichte von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte. So jähren sich die Verabschiedungen der drei großen deutschen demokratischen Verfassungen: 130 Jahre Paulskirchenverfassung (1849), 100 Jahre Weimarer Reichsverfassung (1919) und 70 Jahre Grundgesetz (1949).

In einer historischen Situation, in der gewachsene Verfasstheiten und eine für selbstverständlich gehaltene Praxis der Demokratie erneut auf dem Prüfstand sind, legt sich ein Nachdenken über die Würde des Menschen (Art. 1 GG) und die Kraft des Wortes nah, Im Rahmen eines Themenjahres 30 Jahre Friedliche Revolution sollen die kirchliche Rolle und der inhaltliche Beitrag der Kirchen in Jena damals und heute herausgearbeitet und in der Öffentlichkeit zur Diskussion gestellt werden. Die Kirche und die Stadt Jena stellen sich dabei der Verantwortung für eine Wirkungsgeschichte, die in dieser Stadt besonders markante Spuren gezogen hat.

17.10. Friedenskirche: 18 Uhr Podium 89//19 und 20 Uhr Konzert Stephan Krawczyk

ZeitzeugInnenforum: „Wir sehen das anders, Herr Pfarrer – Kirche in Jena 1989/2019" u.a. mit Dr. Friederike Sprengler und Dr. Albrecht Schröter zu der Frage, wie 1989 Aktive aus heutiger Sicht ihre Motivation, ihre Beteiligung und die Folgen für ihr persönliches Leben betrachten. Welche persönlichen Impulse waren damals wirksam und welche haben bis heute getragen? Gab es eine „Wende“ in der Kirche und wie weit hat sie getragen? Kann der Mut aus dem Jahr 1989 für ein Handeln in christlicher Verantwortung heute aufgerufen werden?

20 Uhr Konzert mit Stephan Krawczyk

03.11. 14 Uhr Stadtkirche: Festgottesdienst und Festakt 30 Jahre friedliche Revolution

Festgottesdienst und Festakt mit Uraufführung der Festkantate „EIN JEGLICHES HAT SEINE ZEIT“ von Ludger Vollmer zum 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution in Jena.  

Kirchen waren auch in Jena Ausgangspunkte und Zentren der Friedlichen Revolution. Daran wird am 3. November 1989 in einem Festgottesdienst in der Stadtkirche St. Michael (Predigt: Pröpstin Dr. Friederike Spengler) und mit einem anschließenden Festakt erinnert. Anlässlich dieses besonderen Ereignisses wird die von dem vielgespielten Komponisten Ludger Vollmer komponierte Festkantate zum 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution „EIN JEGLICHES HAT SEINE ZEIT“ für Soli, Chor, Orgel und Orchester uraufgeführt. Ludger Vollmer hat viele Jahre in Jena und Weimar gewirkt und lebt heute in Hamburg. Das Libretto wurde von dem Schriftsteller und Liedermacher Stephan Krawczyk verfasst. Stephan Krawczyk war als Protagonist der Opposition in der DDR bis zu seiner Abschiebung in den Westen 1988 eng mit Jena verbunden. Die Festkantate ist ein Auftragswerk des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Jena, gefördert durch die Stadt Jena/JenaKultur und die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland.

Ausführende: Christel Loetzsch (Weimar), Sopran - Alik Abdukayumov (Weimar), Bass-Bariton - Kantorei St. Michael Jena (Einstudierung und Orgel: KMD Martin Meier) - Mitteldeutsches Kammerorchester - Gesamtleitung: Ludger Vollmer

19. September 2019 19:30 Uhr Buchvorstellung "Die Sprache des Volkes"

Gemeindehaus Simon Petrus, Merseburger Straße 38 – 07743 Jena

Fragen - Anregungen?

Offene Kirche Jena

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