Kirche Burgau

Der Ort Burgau erhielt seinen Namen nach einer im Mittelalter errichteten Burg auf einem Bergsporn in der Saaleaue, eine Gründung der Herren von Lobdeburg. Sie waren ein aus Franken stammendes Adelsgeschlecht, erstmals 1133 in Thüringen bezeugt und seit dem Jahr 1166 nach ihrem Stammsitz, der Lobdeburg über Lobeda, erwähnt. Das Geschlecht teilte sich zu Beginn des 13. Jahrhunderts in mehrere Linien auf: Leuchtenburg, Burgau, Saalburg und Mitte des 13. Jahrhunderts noch in die Linie Elsterberg und Arnshaugk. In verschiedenen Urkunden, Anfang des 13. Jahrhunderts ausgestellt, wurden die Herren von Burgau - als von Bergau, Bergowe oder Berckawe genannt. Seit dem 14. Jahrhundert waren sie nicht mehr die Herren des Ortes, die Burg befand sich im Wettinischen Besitz.

Die erste Erwähnung des Ortes findet sich in einer Urkunde vom 31. Oktober 1257, in Burgowe ausgestellt. Darin verliehen Hartmann und Otto, die Gebrüder von Bergowe, dem Nonnenkloster Oberweimar einen Weinberg unter dem Berg Alte Lobdeburg.

Für den Ortsnamen ausschlaggebend war sicherlich der Standort der Burg, Burg in der Saaleaue. Neben dieser Namensdeutung findet sich auch die Ableitung von berka oder perka, slawisch = Fisch, was möglicherweise auf den damaligen reichen Fischbestand der Saale zurückzuführen ist. Das Symbol des Fischs taucht ebenso im Wappen der lobdeburgisch-burgundischen Linie auf.

Für den Ort ist das Bestehen einer Kirche - als zur Pfarrei Lobeda gehörend - für das Jahr 1330 belegt. Eine Urkunde von 1330 bezeichnet Burgau als Tochterkirche von Lobeda. Die Urpfarrei in Lobeda - bereits im 10. Jahrhundert entstanden - besaß bis zur Reformation das Patronat über die Pfarrei in Burgau mit den dazugehörigen Fialen Göschwitz und Winzerla.

Die heutige Kirche erfuhr zu Beginn des 18. Jahrhunderts unter Einbeziehung der mittelalterlichen Reste der ehemaligen Dorfkirche eine barocke Neugestaltung. Unter Friedrich von Cospoth, Bauherr der Kirche, wurde im Juli 1701 mit der Errichtung eines neuen Gotteshauses begonnen. Nach seinem Tod im selben Jahr wurde der Bau von seiner Gattin weiterverfolgt; im Jahr 1703 weihte man die Kirche auf den Namen der Heiligen Dreifaltigkeit. Darüber geben auch Inschriften an den Kirchenwänden Auskunft.

An das breite einschiffige Langhaus - 9 m breit und 16 m lang - schließt sich ein Chorrechteck an, über dem sich der viereckige Turm erhebt, er erfährt seinen Abschluss durch eine achteckige Schweifkuppel mit Laterne.

Die Gestaltung im Inneren ist der Art der zehn Jahre früher erbauten Friedenskirche auf dem Jenaer Johannisfriedhof entlehnt. Die Raumfassung entspricht der Restaurierung von 1884. In dieser Zeit wurde auch eine Ausmalung des Innenraums vorgenommen. Das Kirchenschiff wird durch eine dreiseitige, zweigeschossige Holzempore gegliedert, die auf kräftigen Säulen mit korinthischen Kapitellen lastet. Die Emporenbrüstung erfährt ihre Gliederung durch Gesimse und Säulenpostamente. Das untere Emporengeschoss wurde um 1800 an der Westseite verbreitert, um der Orgel Platz zu geben.

In der Nordwand befindet sich ein geschnitztes Wappen der Familie Cospoth mit drei Sternen, eine Gedenktafel für den Bauherren und seine Gemahlin. Friedrich von Cospoth war nach seinem Tod 1701 in der Kirche bestattet worden, sein Leichnam wurde allerdings später in der Gruft unter dem Altar beigesetzt.

Im Jahr 1968 wurde das Dach der Kirche neu gedeckt, sie erhielt damit eine neue Dachform.

1992 beseitigte man wegen bestehender Einsturzgefahr die Turmhaube. Der Turm selbst wurde 1994/95 instand gesetzt und mit einer neuen Haube versehen.


Ausstattung

  • TAUFSTEIN aus dem Jahr 1798
  • Spätbarocker KANZELALTAR im Chor mit gewundenen Säulen und Schnitzfiguren des Moses und Johannes dem Täufer mit floralem seitlichem Schnitzwerk. Es bildet nach oben ein durchbrochenes Dreieck, in dem die Figur des auferstandenen Christus erscheint.
  • Kniender - jetzt hängender - TAUFENGEL vom selben Bildschnitzer
  • Zwei spätbarocke GRABSTEINE an beiden Eingängen für den Pfarrer Michael Zeidler und dessen Frau
  • EPITAPH für Friedrich von Cospoth, den Patronats- und Bauherren der Kirche