19.11. 17 Uhr / 18 Uhr Erinnerungen an Klaus-Peter Hertzsch

„Prophetisch reden“ - Die Theologische Fakultät und der Ev.-Luth. Kirchenkreis Jena ehren Klaus-Peter Hertzsch am 19. November 2019 mit einer Gedenktafel und einem Podium in der Rathausdiele

„Prophetisch reden“ - Die Theologische Fakultät und der Ev.-Luth. Kirchenkreis Jena ehren Klaus-Peter Hertzsch am 19. November 2019 mit einer Gedenktafel und einem Podium in der Rathausdiele

Die Theologische Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität und der Ev.-Luth. Kirchen­kreis Jena ehren den Theologen, Dichter und Ehrenbürger Jenas, Klaus-Peter Hertzsch, am Dienstag, 19. November 2019, mit der Enthüllung einer Gedenktafel an seinem ehemaligen Wohnhaus Ricarda-Huch-Weg 12 (17 Uhr) und mit einem Podium in der Rathausdiele mit dem Thema „Klaus-Peter Hertzsch am 26. November 1989 auf dem Platz der Kosmonauten - eine prophetische Rede?“ (Beginn 18 Uhr). Über die prophetischen Gedanken Hertzschs kommen ins Gespräch die frühere Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) und Christoph Matschie (SPD), Mitglied des Bundestages.
Ab 17.30 Uhr wird in der Rathausdiele ein Imbiss gereicht.

Der Erzähler

Klaus-Peter Hertzsch, geboren am 23. September 1930, war ein begnadeter Erzähler. Von 1968 bis 1995 hatte er den Lehrstuhl für Praktische Theologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena inne. „Praktische Theologie als Erzählkunst“ hieß seine Antrittsvorlesung 1969 – ein Leitbild, das er sowohl in seiner akademischen als auch in seiner kirchlichen Arbeit umsetzte. „Die Bibel redet ja von Gott nicht, indem sie ihn zu definieren versucht, sondern indem sie Geschichten erzählt“, so formulierte er in einem Interview zu seinem 80. Geburtstag. Hertzsch lehrte und praktizierte das Erzählen. Als Dichter und Schriftsteller wurde er durch seine Gedichte, Lieder und Meditationen deutschlandweit bekannt.

Der Vermittler

Als Studierendenpfarrer, Seelsorger und Professor hat Klaus-Peter Hertzsch Generationen von Studierenden geprägt und für die praktische Arbeit im Pfarramt vorbereitet. Kirchenpolitisch bemühte er sich über Jahrzehnte und vor allem in den Monaten der Friedlichen Revolution um eine Versöhnung der Gegensätze. Dabei mahnte er einen sachlichen Umgang miteinander an: „Verantwortlich reden“ nannte er diese Form des Dialogs.

Am 2. März 2011 wurde Klaus-Peter Hertzsch mit dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt die Ehrenbürgerwürde der Stadt Jena verliehen, die zuvor vom Stadtrat einstimmig für seine außerordentlichen Verdienste als praktischer Theologe, akademischer Lehrer, menschlicher Begleiter der Studenten, Buchautor und Mahner, in Anerkennung seines öffentlichen Wirkens zum Wohle der Stadt Jena beschlossen worden war.

Am 25. November 2015 ist Klaus-Peter Hertzsch in Jena gestorben. Vier Jahre später nun, im Rahmen der Erinnerung an die friedliche Revolution, soll er mit einer Gedenktafel an dem Haus im Ricarda-Huch-Weg 12, in dem er viele Jahrzehnte wohnte, geehrt werden. Anschließend sprechen in der Rathausdiele die frühere Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) und Christoph Matschie (SPD), Mitglied des Bundestages, erinnernd über ihre Positionen und Reflexionen zwischen emanzipativer Bürgerbewegung und konservativen Politikvorschlägen für Deutschland 1989/1990 und formulieren ihre Hoffnungen für heute unter dem Thema „Klaus-Peter Hertzsch am 26. November 1989 auf dem Platz der Kosmonauten – eine prophetische Rede?“

Auf einen Blick:

19.11.2019, 17:00 Uhr: Enthüllung der Gedenktafel zu Ehren von Prof. Dr. Klaus-Peter Hertzsch, Ricarda-Huch-Weg 12

18:00 Uhr: Podium in der Rathausdiele „Klaus-Peter Hertzsch am 26. November 1989 auf dem Platz der Kosmonauten – eine prophetische Rede?“ mit Christine Lieberknecht (CDU) und MdB Christoph Matschie (SPD)

Das Podium ist eine Veranstaltung in der Friedensdekade 2019 in Jena.