Kirche Ammerbach

Kirche Ammerbach

In südwestlicher Richtung von Jena liegt in einem von Bergen eingeschlossenen Tal am Ammerbach der Jenaer Ortsteil Ammerbach.

Das Dorf wird in Urkunden 1228 als Ammersbach bzw. in Urkunden aus dem 14. Jahrhundert als Amerbach, Amberbach, Ammera oder Ammbirbach erwähnt. Seit der Reformation hat sich der Name Ammerbach durchgesetzt. Die Herleitung des Ortsnamens ist möglicherweise durch den Vogelnamen Ammer bezeichnet, auch die Ammer von Kirschen oder glühender Flugasche sind möglich.

Im Ort befand sich laut Urkunden bereits vor 1228 eine Kapelle, die zur Pfarrei Lobeda gehörte, sie ist seit 1529 nach Burgau eingepfarrt und seit 1903 eine Fiale von Lichtenhain. Die Erwähnung des Ortes wie auch der Kapelle im Jahr 1228 lassen darauf schließen, dass die Ursprünge wesentlich älter sind.

So finden sich an der heutigen Kirche noch romanische Reste als Hinweise auf eine Kirche aus dem 11. oder 12. Jahrhundert: eine heute vermauerte Rundbogentür an der Südseite des Langhauses hinter einem Barockgrabstein und an der Ostseite des alten Schiffes ein vermauerter Stein mit romanischer Blattrankenverzierung.

Die romanische Kapelle wurde im 14. bzw. 15. Jahrhundert im gotischen Baustil umgestaltet und die ursprüngliche Apsis im Osten durch ein Chorquadrat ersetzt. Das Gotteshaus zeigt sich heute als ein einschiffiger Bau mit einem eingezogenen, längsrechteckigen Chorturm.

Im Inneren führen entlang des Kirchenschiffs dreiseitige Emporen, an der Süd- und Nordwand sind sie zweigeschossig ausgeführt. Das Langhaus schließt eine abgeflachte Holztonne ab, durch den Triumphbogen öffnet es sich zum Chor. Er besitzt einen quadratischen Grundriss und ist kreuzgratgewölbt. In ihm steht ein Kanzelaltar mit einem Säulenpaar, von einem gesprengten Giebel bekrönt und über den seitlichen Durchgängen von Rankenschnitzwerk geziert.

In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts fanden in der Kirche umfangreiche Um- und Ausbauten statt, in dieser Zeit, 1718/19, erfolgte auch der Neubau des barocken Kirchturms mit Schweifkuppel und Laterne.

Im Zuge der Renovierungsarbeiten von 1740 bis 1745 wurde die Kirche im barocken Stil grundlegend umgestaltet.


Kontakt

Kirche Ammerbach
Coppanzer Weg
07745 Jena

Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde
Anna-Siemsen-Str. 1
07745 Jena

Telefon: 0 36 41/61 68 22


Ausstattung

  • KANZELALTAR im Chor, 1745 von Johann Michael Ziege aus Lobeda aufgestellt
  • Vierflüglicher SCHNITZALTAR mit einer Inschrift auf der Altarrückseite: am 28. Oktober 1504 fertig gestellt über dem Triumphbogen aus der Saalfelder Werkstatt vom Meister des Meckfelder Altars. Er zeigt im höheren Mittelschrein Maria mit dem Christusknaben, zu beiden Seiten und an den beiden Flügeln je drei Heilige.
  • Der Altar wurde bei Umbauarbeiten im 18. Jahrhundert aus der Kirche entfernt, ein Außenflügel gilt seither als verloren, der zweite ist im Stadtmuseum "Göhre" aufgestellt. Die noch erhaltenen Reste - der Schrein mit den Innenflügeln - wurden im 19. Jahrhundert wieder in der Kirche aufgestellt.
  • TAFELBILD, neugotisch die Beweinung Christi
  • GLOCKE des so genannten Krytogrammisten, Ende des 14. Jahrhunderts