Liebe Leserinnen und Leser!

 
Endlich Osterferien! Endlich Frühling! Ein paar Tage lang mache ich Urlaub an der Ostsee. Weil die Vorsaison ist, sind auch noch nicht viele Menschen unterwegs. Ich gehe am Strand spazieren und der Sand rieselt über meine Füße. Es ist herrliches, sonniges Wetter. Der weite, helle Blick auf das türkise Wasser und den leuchtend blauen Himmel beruhigt mein Herz. Ein Schwan und zwei Möwen schwimmen auf den Wellen und beobachten die wenigen Menschen am Ufer. Was sie wohl über uns denken? Am Rande der Brandung liegen durcheinander Muscheln, Seetang und Kieselsteine. Ein glänzender Kieselstein sticht mir besonders ins Auge. Er ist weiß mit einem schwarzen Streifen in der Mitte und hat ein Loch. Wie lange hat es wohl gedauert, bis die Elemente ihn so geformt haben! Zuerst war er ein mächtiger Berg. Dann zerbrach der Berg zu Felsen und dann zerbröselte der Felsen zu Steinen - und einer dieser Steine ist jetzt ein kleiner Kiesel, den die Wellen glatt geschliffen und an den Strand gespült haben. Nachdenklich halte ich den Stein in der Hand. Etwas, das früher riesig und mächtig war, ist zerbrochen und zart. Was bleibt dann, wenn wirklich alles vergeht? Ein Bibelvers kommt mir in den Sinn: „Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurde, bist du Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ (Psalm 90,2). Gott war schon ganz am Anfang da und hat alles das geschaffen, was sichtbar und unsichtbar ist- und hält alles in seiner Hand. So wie ich gerade den kleinen Kieselstein. Ich stecke ihn in meine Tasche, als Erinnerung und Mahnung: alles Irdische ist vergänglich - auch mein eigenes Leben. Und gleichzeitig ist alles in Gottes Ewigkeit geborgen und aufgehoben.
Welch ein tröstlicher Gedanke!

 
Eine gesegnete nachösterliche Zeit wünscht Ihnen

 
Angelika Büttner, Gemeindepädagogin im Kirchenkreis Jena