Jahreslosung 2019

Suche Frieden und jage ihm nach. (Psalm 34,15b)

Die Jahreslosung 2019 konfrontiert uns mit einem klaren Befehl: Frieden suchen und ihm nachjagen! Der Frieden ist vermutlich das, was uns, unserer Zeit, unserer Welt am meisten fehlt. Nicht enden wollende Kriege machen unzähligen Menschen das Leben zur Hölle, vom Streit in der Politik bis zum Zank in der Familie, was Unfriede bewirkt, wissen alle aus eigener Anschauung. Die Sehnsucht nach Frieden ist groß.

Wo fängt der Friede an? Zuerst in einem ausgeglichenen und gelassenen Herzen. "Ich verkrafte alles durch den, der mir innere Stärke gibt." (Phil. 4,13) Immer wenn wir beten, Gott unsere Sorgen und Ängste, aber auch die Unruhe in der Welt an sein Herz legen, nimmt sein Friede von uns Besitz.

Welcher Friede kommt da zu uns? Geheilte Gemeinschaft mit Gott, mit der Schöpfung, mit sich selbst, Gottes Schalom. Das ist das Zentrum des Evangeliums, dass Gott, obwohl unter uns so viel Streit und Unfriede ist, von sich aus Frieden schafft, der "höher ist als all unsere Vernunft". Christus ist sein, er ist "unser Friede" (Eph. 2,14).

"Lass ab vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!" heißt der Psalmvers der Jahreslosung vollständig. Jesus nimmt diesen Friedensauftrag in der Bergpredigt auf und beschreibt dort die Grundzüge des Reiches Gottes. Neben denen, die Barmherzigkeit üben, neben den nach Gerechtigkeit Hungernden preist er die Friedensstifter. "Selig sind die Friedensmacher", sagt er wörtlich (Mt. 5,9).

Der Frieden stellt sich nicht von selbst ein. Anstatt auf Frieden zu warten, müssen wir uns um ihn mühen, ihm "nachjagen" wie Jesus: Nicht zurückschlagen, sondern dem anderen das Herz zeigen! Nicht fluchen, sondern segnen! Nicht richten, sondern für die Täter beten! Nicht verurteilen, sondern lieben, gerade den, der gegen dich ist (vergleiche Matthäus 5).

Der Segen in unseren Gottesdiensten endet mit dem Zuspruch: "Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden!" (4. Mose 6,26) Dieser Friede von Gott ist das Ziel unseres Lebens. Im Segen ist der Friede schon heute unser Begleiter. Und weil das so ist, können wir uns gegenseitig ermuntern, aus seinem Frieden zu leben und als Friedensstifter durch sein neues Jahr zu gehen.

Herzlich grüßt Ihr
Superintendent Sebastian Neuß