Bautagebuch

regelmäßige Updates und mehr Details zu den Sanierungsarbeiten in der Stadtkirche

Eintrag 10: Ein wichtiger Meilenstein - Über 100.000 Euro Spenden für St. Michael

21. Mai 2026

Die vergangenen Monate haben gezeigt, wie viele Menschen sich mit der Stadtkirche St. Michael verbunden fühlen. Umso dankbarer sind wir, dass inzwischen mehr als 100.000 Euro an Spenden für die Sanierung des Gewölbes eingegangen sind. Dieses große Echo aus der Stadtgesellschaft bewegt uns sehr und macht Mut für die kommenden Schritte.

Gesammelt wurden die Spenden über den Evangelischen Kirchenkreis, die Kirchenstiftung St. Michael Jena sowie den Jenaer Kirchbauverein. Hinter dieser Summe stehen zahlreiche einzelne Unterstützungen: große und kleine Beträge, spontane Spenden, langfristige Zusagen und viele persönliche Zeichen der Verbundenheit mit St. Michael.

Für uns ist diese Unterstützung weit mehr als nur eine Zahl. Die Spenden helfen nicht nur dabei, laufende Untersuchungen, Sicherungsmaßnahmen und Planungen zu finanzieren. Sie sind zugleich eine wichtige Voraussetzung für Fördermittelanträge, die derzeit vorbereitet werden. Denn für viele Förderprogramme müssen wir Eigenmittel nachweisen können – und genau dafür sind die bisherigen Spenden von enormer Bedeutung.

Gleichzeitig wissen wir: Die eigentliche Sanierung der Stadtkirche wird noch deutlich größere finanzielle Mittel erfordern. Wie hoch die Gesamtkosten am Ende sein werden, können wir derzeit noch nicht seriös abschätzen. Klar ist jedoch schon jetzt, dass die bislang eingegangenen Gelder nur einen Teil der notwendigen Mittel abdecken werden.

Deshalb bleibt die Bitte um Unterstützung weiterhin aktuell. Jede Spende hilft dabei, die nächsten Bauabschnitte vorzubereiten und St. Michael langfristig als geistlichen Ort, Konzertkirche und prägendes Bauwerk der Stadt zu erhalten.

 

Eintrag 9: Traurige Nachrichten aus dem Kirchturm

14. Mai 2026

Seit einigen Jahren brüten Wanderfalken im Turm der Stadtkirche St. Michael. Viele Menschen verfolgen das Geschehen rund um die streng geschützten Tiere mit großer Aufmerksamkeit und Freude – umso trauriger ist die Nachricht, die uns nun erreicht hat: Die diesjährige Brut hat kein gutes Ende genommen.

Nachdem im März vier Eier im Brutkasten im Kirchturm gelegt worden waren, schlüpften am 19. und 20. April vier junge Wanderfalken. Die Hoffnung war groß, dass sich die Jungvögel in diesem Jahr gut entwickeln würden. Doch Anfang Mai starben innerhalb weniger Tage alle vier Küken.

Besonders ungewöhnlich war dabei, dass drei der Jungvögel den Brutkasten bereits in sehr jungem Alter verließen, obwohl sie noch nicht flugfähig waren. Zunächst wurden sie im Bereich vor dem Nistkasten weiterhin von den Elterntieren versorgt, später verschwanden sie jedoch. Das vierte und schwächste Jungtier verstarb im Brutkasten und konnte geborgen werden.

Die genaue Todesursache ist derzeit noch unklar. Der tote Jungfalke wurde an die Vogelschutzwarte übergeben, wo nun Untersuchungen stattfinden. Erst danach wird man mehr darüber sagen können, weshalb die diesjährige Brut gescheitert ist. Klar ist bislang lediglich: An fehlender Nahrung lag es offenbar nicht – die Elterntiere versorgten ihre Jungen weiterhin regelmäßig.

Die beiden erwachsenen Wanderfalken halten sich nach wie vor im Bereich der Stadtkirche auf. Ein weiteres Gelege wird es in diesem Jahr allerdings nicht mehr geben.

Auch wenn die Nachricht traurig ist, zeigt sie erneut, dass der Kirchturm von St. Michael nicht nur ein Wahrzeichen der Stadt und eine Baustelle ist, sondern zugleich Lebensraum für seltene und geschützte Tiere. Wir begleiten das Geschehen weiterhin aufmerksam und hoffen, im kommenden Jahr wieder bessere Nachrichten aus der Falkenstube berichten zu können.

 

Eintrag 8: Ein Stück St. Michael kehrt zurück

11. Mai 2026

Nach vielen Monaten der Schließung können wir nun einen ersten Teil der Stadtkirche wieder für Besucherinnen und Besucher öffnen. Ab dem 21. Mai wird ein gesicherter Bereich von St. Michael täglich tagsüber zugänglich sein. Damit kehrt zumindest ein Stück Leben in die Stadtkirche zurück – sichtbar weiterhin als Baustelle, aber eben auch wieder als Ort der Begegnung, der Musik und des Gebets.

Möglich wird diese Teilöffnung, weil der westliche Bereich des Mittelschiffs und der Bereich unter der Orgelempore nach den schweren Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs vollständig neu aufgebaut wurden. Sie sind deshalb nicht von den Schäden betroffen, die wir im historischen Gewölbe festgestellt haben. Der geöffnete Bereich wird durch bauliche Absperrungen klar vom weiterhin gesperrten Teil der Kirche getrennt.

Ganz bewusst möchten wir dabei transparent mit der Situation umgehen: Die Stadtkirche ist nicht „wieder normal offen“. Große Teile des historischen Kirchenraums bleiben weiterhin aus Sicherheitsgründen gesperrt. Gleichzeitig war es uns wichtig, den Menschen wenigstens einen Teil ihrer Kirche zurückzugeben – auch wenn dies mit erheblichem organisatorischem Aufwand verbunden ist. Sicherheitsbereiche müssen eingerichtet und betreut werden, die Kirchenwache kehrt zurück und viele Abläufe müssen an die Baustellensituation angepasst werden.

Mit der Teilöffnung werden auch wieder erste Veranstaltungen möglich. Den Auftakt macht am 20. Mai die Jenaer Orgelnacht als Eröffnung des Internationalen Orgelsommers. Ab Juni sollen außerdem wieder die Sonntagsgottesdienste in St. Michael stattfinden. Auch einzelne besondere Veranstaltungen wie die Fête de la Musique oder die Lange Nacht der Museen sind geplant.

Parallel dazu laufen die Vorbereitungen für die nächsten Bauabschnitte weiter. Derzeit werden Fördermittel beantragt und die bisherigen Untersuchungen ausgewertet. Wann die eigentlichen weiteren Sanierungsarbeiten beginnen können, lässt sich momentan noch nicht sicher sagen. Klar ist jedoch: Die Stadtkirche wird uns noch lange als Baustelle begleiten.

Umso dankbarer sind wir für die große Unterstützung, die St. Michael in den vergangenen Monaten erfahren hat. Mehr als 90.000 Euro an Spenden sind bereits eingegangen. Gleichzeitig bleibt die Sanierung eine enorme finanzielle Herausforderung, für die wir weiterhin dringend auf Unterstützung angewiesen sind.

St. Michael öffnet sich damit wieder ein Stück – nicht trotz der Baustelle, sondern mitten in ihr.

 

Eintrag 7: Musik, Begegnung und Unterstützung: „Blues im Mai“ für St. Michael

07. Mai 2026

Auch wenn die Stadtkirche weiterhin Baustelle ist, bleibt sie mitten im Leben der Stadt präsent. Am Pfingstmontag, 25. Mai, lädt die Kirchengemeinde deshalb zu einem besonderen Benefizfest auf den Kirchplatz ein: Unter dem Titel „Blues im Mai“ erwartet die Besucherinnen und Besucher ein Tag voller Musik, Begegnung und gemeinsamer Unterstützung für St. Michael.

Los geht es mit dem ökumenischen Gottesdienst auf dem Marktplatz. Anschließend zieht der Posaunenchor gemeinsam mit den Gästen musikalisch hinüber zum Kirchplatz, wo ab dem späten Vormittag das Benefizfest beginnt. Bis in den Abend hinein gestalten zahlreiche Musikerinnen und Musiker aus Jena und Thüringen das Bühnenprogramm – von Blues und Saxophonklängen bis hin zu handgemachter Livemusik unterschiedlichster Stilrichtungen.

Neben Musik wird es auch Essen, Getränke, Kaffee und Kuchen sowie Angebote für Kinder und Familien geben. Vor allem aber soll der Tag zeigen: Die Stadtkirche gehört weiterhin zu Jena – auch während der Sanierung. Viele Menschen verbinden persönliche Erinnerungen mit St. Michael: Gottesdienste, Konzerte, Begegnungen oder wichtige Momente der Stadtgeschichte. Genau dieses Gefühl von Gemeinschaft soll beim Benefizfest spürbar werden.

Der gesamte Erlös des Tages fließt in die laufende Gewölbesanierung der Stadtkirche. Die Schäden am historischen Gewölbe beschäftigen die Gemeinde inzwischen seit vielen Monaten. Untersuchungen, Sicherungsmaßnahmen und Planungen für die nächsten Bauabschnitte laufen weiterhin auf Hochtouren. Gleichzeitig bleibt die Finanzierung eine große Herausforderung. Umso dankbarer sind wir für die große Unterstützung aus der Stadtgesellschaft: Inzwischen sind bereits mehr als 90.000 Euro an Spenden eingegangen.

Mit „Blues im Mai“ möchten wir deshalb nicht nur Spenden sammeln, sondern auch ein Zeichen setzen: St. Michael bleibt ein lebendiger Ort – getragen von vielen Menschen, die ihre Stadtkirche nicht aufgeben.

 

Eintrag 6: Ein Erzengel für St. Michael

05. Mai 2026

Manche Unterstützung ist mehr als eine Spende – sie ist ein Zeichen der Verbundenheit. Ein solches Zeichen setzt derzeit der ehemalige Jenaer Oberbürgermeister Albrecht Schröter: Er stellt eine besondere Bronzeplastik des Erzengels Michael zugunsten der Sanierung unserer Stadtkirche zur Verfügung.

Die 28 Zentimeter hohe Figur zeigt den Stadtpatron Jenas und ist weit mehr als nur ein Kunstobjekt. Sie ist ein Stück Stadtgeschichte. Geschaffen wurde sie vom Bildhauer Ernemann Sander nach dem Vorbild der historischen Michaelsfigur, die heute im Stadtmuseum zu sehen ist. Nur sechs Exemplare dieser Kleinplastik wurden überhaupt angefertigt.

Auch ihre Geschichte ist eng mit St. Michael verbunden: Die Figur gehörte einst dem früheren Kirchenmusikdirektor Eike Reuter, wurde später bei einer Versteigerung zugunsten des Kirchfußbodens der Stadtkirche erworben und fand schließlich ihren Platz im Arbeitszimmer von Albrecht Schröter – als Erinnerung an viele prägende Momente, die sich für ihn mit St. Michael verbinden.

Nun gibt er dieses persönliche Erinnerungsstück weiter, um damit zu helfen, die Zukunft der Stadtkirche zu sichern. Bis Pfingstmontag kann im Rahmen einer stillen Auktion – also über nicht öffentlich abgegebene Gebote – auf die Figur geboten werden. Der gesamte Erlös fließt in die Gewölbesanierung von St. Michael.

Wir empfinden dieses Engagement als großes Geschenk – nicht nur wegen des möglichen Erlöses, sondern auch wegen des Signals, das davon ausgeht: St. Michael bewegt Menschen. Die Stadtkirche ist vielen in Jena mehr als ein Gebäude – sie ist Erinnerungsort, geistlicher Raum, Konzertkirche und ein prägender Teil unserer Stadtgeschichte.

Dass sich immer wieder Menschen mit Ideen, Spenden und persönlichem Einsatz für ihre Stadtkirche stark machen, gibt Mut. Dafür sind wir sehr dankbar.

Gebote für die Michaelsfigur können bis zum Pfingstmontag, 25. Mai abgegeben werden bei:

Albrecht Schröter, albrecht.schroeter@icloud.com

 

Eintrag 5: Hoch oben im Turm – vier neue Bewohner

20. April 2026

Während in der Stadtkirche St. Michael derzeit Gerüste stehen, Schadstellen untersucht und Sanierungspläne vorbereitet werden, spielt sich hoch oben im Turm ein ganz anderes Kapitel ab: Dort ist neues Leben eingezogen.

Unsere Wanderfalken haben Nachwuchs bekommen – gleich vier Küken sind in den vergangenen Tagen geschlüpft und werden nun von ihren Eltern versorgt. Seit einigen Jahren nutzt ein Wanderfalkenpaar den rund 80 Meter hohen Kirchturm von St. Michael als Brutplatz. Offenbar finden die streng geschützten Greifvögel hier genau das, was sie brauchen: Höhe, Ruhe und einen guten Überblick über ihr Jagdrevier über den Dächern der Stadt.

Wer die Augen offen hält, kann mit etwas Glück beobachten, wie die Elterntiere im schnellen Flug Beute zum Nest bringen. Wanderfalken gehören zu den beeindruckendsten Jägern der Vogelwelt – im Sturzflug erreichen sie Geschwindigkeiten von weit über 300 Stundenkilometern und gelten damit als schnellste Tiere der Welt.

Begleitet wird das Brutgeschehen von engagierten Naturschützerinnen und Naturschützern, die die Tiere über eine installierte Kamera beobachten und dokumentieren. So lässt sich verfolgen, wie aus vier Eiern nun vier hungrige Schnäbel geworden sind, die ihre Eltern ordentlich auf Trab halten.

Dass im Kirchturm unserer Stadtkirche nicht nur gebaut, sondern zugleich auch gebrütet wird, ist für uns ein schönes Zeichen: St. Michael ist nicht nur ein bedeutendes Bauwerk und geistlicher Ort, sondern auch Lebensraum. Zwischen Staub, Stein und Sanierungsplänen erinnert uns das daran, dass hier nicht nur Geschichte bewahrt wird – sondern auch neues Leben wächst.

Mit etwas Glück werden die jungen Falken Anfang Juni ihre ersten Flugversuche unternehmen. Bis dahin drücken wir unseren vier Turmbewohnern fest die Daumen.

 

Eintrag 4: Ein erster Schritt zurück in die Kirche

2. April 2026

Heute ist ein besonderer Tag für die Stadtkirche St. Michael: Der Windfang am Hauptportal ist wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Auch wenn der Innenraum weiterhin gesperrt bleiben muss, ist es nun wieder möglich, zumindest ein paar Schritte in die eigene Kirche zu gehen – und einen Blick hineinzuwerfen. Wer hier steht, kann sehen, woran gearbeitet wird – und besser verstehen, was nötig ist, damit die Kirche eines Tages wieder vollständig geöffnet werden kann.

Der Windfang wurde bewusst als sicherer Bereich hergerichtet. Über ihm schützt ein Gerüst, sodass keine Gefahr durch herabfallende Teile besteht. Von hier aus lässt sich der Kirchenraum wieder sehen – allerdings auch in seinem aktuellen Zustand: mit Absperrungen, Baustellenbereichen und sichtbaren Eingriffen. Genau das gehört zu diesem Moment dazu.

Neu ist auch die digitale Infostele im Windfang. Sie bietet neben allgemeinen Informationen zur Kirche auch Einblicke in die aktuelle Situation: Was ist passiert? Was sind die Ursachen der Schäden? Und wie geht es jetzt weiter? So können sich Besucherinnen und Besucher direkt vor Ort ein genaueres Bild machen.

Ein besonderes Detail ist zudem die Kopie der Lutherplatte: Während sich das Original der Grabplatte im Innenraum der Kirche befindet und derzeit nicht zugänglich ist, kann im Windfang nun eine Nachbildung betrachtet werden.

Für viele ist dieser Ort mit Erinnerungen verbunden. Dass man nun zumindest bis hierher wieder eintreten kann, bedeutet uns viel. Und es ist ein Anfang: ein kleiner, aber wichtiger Schritt auf dem Weg zurück zu einer offenen Stadtkirche.

 

Eintrag 3: Auf Spurensuche in der Vergangenheit

30. März 2026

Die Arbeiten in der Stadtkirche St. Michael zeigen immer wieder: Diese Baustelle steckt voller Überraschungen. Viele der Schäden am Gewölbe sind deutlich umfangreicher, als zunächst angenommen. Gleichzeitig wird immer klarer, dass ihre Ursachen weit zurückreichen – bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Doch genau hier stehen wir heute vor einer besonderen Herausforderung: Es fehlen wichtige Unterlagen aus dieser Zeit. Bauakten, Gutachten, Schadensaufnahmen oder Bautagebücher sind bislang kaum oder gar nicht auffindbar.

Um mehr über die damaligen Arbeiten zu erfahren, haben wir uns auf Spurensuche begeben. Gemeinsam haben unsere Kirchmeisterin Catrin Eberhardt und die Referentin für Öffentlichkeitsarbeit Theresa Ertel nicht nur einen Zeitzeug*innenaufruf gestartet, sondern auch intensiv in verschiedenen Archiven recherchiert. Im Stadtarchiv, im Bauaktenarchiv und im Archiv des Stadtmuseums wurden vorhandene Unterlagen gesichtet und ausgewertet.

Einige Puzzleteile konnten wir dabei bereits finden. Sie geben erste Hinweise darauf, wie beim Wiederaufbau gearbeitet wurde. Doch vieles bleibt weiterhin unklar. Entscheidende Dokumente fehlen nach wie vor – und genau das macht die Arbeit heute aufwendiger und schwerer planbar.

Umso wichtiger ist es, die vorhandenen und gefundenen Informationen nun sorgfältig zusammenzuführen und mit den aktuellen Untersuchungen zu verbinden. Unser Ziel ist es, die Kirche Schritt für Schritt besser zu verstehen – und so die nächsten Bauabschnitte möglichst sicher und ohne neue Überraschungen planen zu können.

Ein großer Dank geht außerdem an das Stadtarchiv, das Bauaktenarchiv sowie das Archiv das Stadtmuseums! Mit viel Engagement wurde dort sofort nach unseren Anfragen wirklich tief in den Akten gegraben und alles herausgeholt, was für uns hilfreich sein könnte. Wir haben hilfreiche und spannende Dinge gefunden und sind sehr dankbar.

 

Eintrag 2: Blick auf das Gewölbe von oben

6. Februar 2026

Die Arbeiten an der Stadtkirche St. Michael gehen Schritt für Schritt weiter: In den vergangenen Tagen konnten im ersten Bauabschnitt die ersten Gewölbekappen von oben freigelegt werden. Dafür wurden aufliegende Materialien entfernt – Reste früherer Bau- und Sanierungsmaßnahmen, wie sie sich in historischen Kirchen über Jahrzehnte hinweg ansammeln. Solche Funde sind nicht ungewöhnlich, gehören aber sorgfältig gesichtet und dokumentiert.

Das beräumte Material ist derzeit in Bigbags unter dem Dach zwischengelagert. In den kommenden Tagen wird auf dem Kirchplatz ein Kran zum Einsatz kommen, mit dessen Hilfe diese Bigbags kontrolliert nach unten gebracht werden. Erst danach ist der Weg frei für den nächsten wichtigen Schritt: Die bereits freigelegten Gewölbeoberseiten werden zusätzlich abgesaugt, um die Bausubstanz möglichst genau untersuchen zu können.

Begleitet werden diese Arbeiten eng durch das zuständige Denkmalamt sowie durch Mitarbeitende der Ur- und Frühgeschichtlichen Archäologie der Universität. Die Archäolog*innen nehmen das Material nochmals genau in den Blick, um mögliche historische Funde fachgerecht einzuordnen. So verbindet sich die aktuelle Sanierung auch mit einem Blick in die Bau- und Nutzungsgeschichte der Kirche.

All diese Schritte dienen einem Ziel: den Zustand des Gewölbes umfassend zu verstehen und auf dieser Grundlage die nächsten Sanierungsmaßnahmen sicher und verantwortungsvoll zu planen.

Besonders dankbar sind wir für die große Unterstützung aus der Stadtgesellschaft: Bereits über 65.000 Euro sind an Spenden beim Kirchenkreis, beim Kirchbauverein und bei der Kirchenstiftung eingegangen. Dafür sagen wir von Herzen Danke. Gleichzeitig wissen wir: Die Sanierung der Stadtkirche wird noch viel Geld benötigen. Jede weitere Spende hilft, die Arbeiten ohne Unterbrechung fortzuführen – Stein für Stein auf dem Weg zur Wiedereröffnung.

 

Eintrag 1: Beginn der Gewölbesanierung

6. November 2025

Anfang November haben in der Stadtkirche St. Michael die ersten Arbeiten im Rahmen der Gewölbesanierung begonnen. Damit ist ein wichtiger Schritt getan, um die Schäden im historischen Kirchenraum systematisch zu erfassen und eine tragfähige Grundlage für die weiteren Sanierungsmaßnahmen zu schaffen.

Im ersten Bauabschnitt werden Schadstellen im Seitenschiffgewölbe über dem Gerichtsportaleingang sowie am Aufgang zur Orgelempore untersucht und bearbeitet. Dieser Bereich dient als sogenannte Mustersanierung: Hier werden Arbeitsmethoden, Gerüstlösungen, Materialien und Bearbeitungsstandards erprobt, die später auf den gesamten Kirchenraum übertragen werden sollen.

Für diese Arbeiten waren Gerüststellungen notwendig. Parallel dazu werden die betroffenen Bereiche genau kartiert und dokumentiert. Mithilfe digital auswertbarer Messbilder und orthogonaler Aufnahmen entsteht eine präzise Grundlage für die weitere Planung. Ergänzend sind materialstoffliche Untersuchungen vorgesehen, um die Schadensursachen noch besser zu verstehen.

Auf Basis der Ergebnisse dieses ersten Bauabschnitts sollen im nächsten Schritt verlässliche Planunterlagen erstellt werden – sowohl für den Umfang der weiteren Sanierungen als auch für die zu erwartenden Kosten.

Wir halten Sie an dieser Stelle über den Fortgang der Arbeiten auf dem Laufenden.


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