Wort zum Sonntag

Jesus aber sprach zu ihm: Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“ Lk 9,62

Eine Schweißperle rinnt ihm von der Stirn die Wange hinunter, aber er kann sie jetzt nicht wegwischen. Stattdessen umfasst er mit beiden Händen fest das glatte Holz. Sein Blick ist konzentriert nach vorne gerichtet, ist fixiert auf den Punkt am Horizont, den er sich gesucht hat. Alles andere - die Geräusche der Vögel rings um sich herum, der leichte Windhauch, der ihm durch die Haare weht, das Stechen der Sonne - versucht er auszublenden. Denn er weiß: wenn er zurück sieht, wird die Furche schief, die er mit seinem Ackerpflug zieht. Dann wächst die Saat hier auf einem Haufen, dort aber überhaupt nicht. Dann sammelt sich das Regenwasser, wo es nicht soll. Dann werden wertvolle Samen verschwendet. Dann war im schlimmsten Fall alle Mühe umsonst.

Mit entschlossenem Blick schaut der Bauer auf den Richtpunkt am Horizont, um gerade auf seinem Weg voranzugehen. Das Bild dieses Bauern wird im Wochenspruch für die vor uns liegende Woche zum Bild für unseren Glauben – wir werden aufgefordert, den Blick fest auszurichten auf den Richtpunkt am Horizont unseres Lebens, Gott selbst. Er gibt uns Orientierung und ein Ziel, hilft uns, vorwärts zu gehen. Wenn ich den Blick von diesem Richtpunkt abwende, mag mir der Pflug aus den Händen springen, weil die Steine der Angst im Acker mich verzweifeln lassen. Wenn ich meinen Blick schweifen lasse, ertappe ich mich vielleicht dabei, wie ich beginne, mich an anderen Punkten zu orientieren. Wenn ich den Blick zurück richte, kann er gefangen genommen werden von den Stellen, die nicht ganz gerade geworden sind und mich resignieren lassen. Auch für uns ist es deshalb wichtig, den Blick auf den Richtpunkt am Horizont unseres Lebens auszurichten. Er gibt uns Halt und Zuversicht. Er hilft uns, uns nicht in den Verwirrungen, Dunkelheiten und Ängsten um uns herum zu verlieren, sondern den Pflug unseres Lebens gerade zu halten.